Zum ersten Mal feierten Christen aus allen fünf Gemeinden unserer Pfarrei St. Margareta, am 20.Juli 2018 das Patrozinium in der Justinus-Kirche, die im Januar unsere Pfarrkirche St. Margareta am Justinuskirchplatz in Höchst wurde.

Justinus-Kirche, Pfarrkirche von St. Margareta – Bild: B. Mühlberger

Gesangbuchbildchen Gottesdienst Pfarreiwerdung – Quelle: St. Margareta

Vorbereitet wurde der Gottesdienst von Gemeindemitgliedern aus St. Johannes Apostel. Es wird eine Rotation der Vorbereitung geben, sodass in jedem Jahr eine der fünf Gemeinden die Organisation und Verantwortung übernimmt.

Trotz Hitze haben sich viele auf den Weg gemacht und wie unser Pfarrer Sauer sagte – es wird noch lang sein – aber er wird gut. Das haben alle gespürt die da waren – ein echter Neuanfang!

Wir erfuhren in einer Statio viel aus dem Leben der „Heiligen Margareta“ und aus der Geschichte unserer neuen, altehrwürdigen Pfarrkirche.

Nach dem Gottesdienst konnte wer wollte sich in einem der nah gelegenen Gasthäuser zusammensetzten und den Tag der Hl. Margareta von Antiochen bei Getränk und Gespräch ausklingen lassen.

Ein schöner Anfang eines gemeinsamen Festes immer am 20. Juli.

Margurit Assmann, Pfarrgemeinderat St. Margareta

Hochaltar Pfarrkirche oben in der Mitte HL Margareta, Bild: B. Mühlberger

Festgottesdienst zum Patrozinium der Pfarrkirche St. Margareta

Statio

Mehr als 50 Generationen haben schon vor uns an diesem Ort die Eucharistie
gefeiert, ihren Dank und ihre Bitten vor den Herren getragen und ihn in Liedern und
Musik gelobt. Ununterbrochen, seit rund 1150 Jahren, dient diese Kirche ganz dem
Gottesdienst. Rabanus Maurus, einer der größten Gelehrten seiner Zeit,
Benediktinerabt und Erzbischof von Mainz, weihte die Kirche um das Jahr 850.
Spätestens mit Beginn des 13. Jahrhunderts wird die Kirche der Hl. Margareta von
Antiochia geweiht, die sich schon im Martyrologium des Rabanus Maurus befindet.
Der Name der Jungfrau und Märtyrerin Margareta stammt aus dem Griechischen
margarítes und heißt übersetzt Perle. Man kann sie mit der gleichnamigen Blume,
der Margerite vergleichen. Auf Darstellungen – auch hier oben im Hochaltar –
findet man sie mit einem Drachen als Zeichen ihres Kampfes mit dem Teufel; in der
Hand einen Kreuzstab. Mit dem Kreuzzeichen soll sie den Teufel besiegt haben.
Wegen ihres Namens trägt sie auch eine Krone oder einen Perlenkranz. Zusammen
mit Barbara und Katharina zählt sie zu den „Drei heiligen Jungfrauen“.
Margareta war die Märtyrerin von Antiochia in Pisidien. Heute befinden sich an
diesem Ort, der sich bei Jalowadj nördlich von Anatyla und westlich von Konya in
Südkleinasien (Türkei) befindet, nur noch Ruinen.
Sichere historische Nachrichten über sie fehlen. Nach ihrer völlig legendären
Leidensgeschichte, soll sie die Tochter des heidnischen Priesters Edesius in
Antiochia gewesen sein. Das war in der Zeit der Christenverfolgung des Kaisers
Diokletian. Weil ihre Mutter schon früh starb, wurde sie auf dem Land von einer
Amme groß gezogen, die das Mädchen auch zum christlichen Glauben führte. Als
sie zu ihrem Vater zurückkehrte, merkte er, dass sie Christin war. Er verstieß sie, da
sie trotz schlechter Kleidung, karger Kost und härtester Arbeit nicht von ihrem
Glauben abzubringen war und übergab sie dem Stadthalter, um sie foltern und
töten zu lassen. Sie wurde mit Ruten geschlagen und mit eisernen Kämmen
„gebürstet“.
Als das Volk wegen der Grausamkeiten murrte, warf man sie in einen Kerker.
Weiter erzählt die Legende: Dort stürzte sich der Teufel in Gestalt eines Drachen
auf sie. Sie aber schlug das Kreuzzeichen und setzte dem Untier unerschrocken den
Fuß auf den Nacken. Der Teufel in Gestalt des Drachen schrie: „Weh mir, nun bin
ich von einer schwachen Jungfrau überwältigt worden“.
Als sie am nächsten Tag dem Präfekten vorgeführt wurde, sah er sie heil an Leib
und Seele. Er forderte sie wieder zum Götzenopfer auf. Da sie sich aber weigerte,
ihrem Glauben abzuschwören, wurde sie erneut gefoltert. Sie wurde mit Fackeln
gebrannt, doch es tat ihr nichts. Man warf sie gefesselt ins Wasser, doch die Fesseln
fielen von ihr ab und sie wurde gerettet. Schließlich wurde das fünfzehnjährige
Mädchen um 305 oder 307 enthauptet.
Im Osten und Westen wurde sie schon früh hoch verehrt und in Predigten immer
wieder gefeiert. Sie zählt zu den Vierzehn Nothelfern und ist unter ihnen eine der
mächtigsten Fürsprecherinnen, weil sie unmittelbar vor ihrem Martertod für ihre
Verfolger betete und für diejenigen, die ihr Gedächtnis feiern und ihren Namen in
ihren Nöten anrufen.

Text: Barbara Wieland

14-Nothelfer-Relief von ca. 1500 in der Kirche St. Ägidius in Erkertshofen im Landkreis Eichstätt (Oberbayern), Quelle: commons.wikimedia.org